Ein Prinz, der Armut wählte

Ein Prinz, der Armut wählte

In einem fernen Königreich lebte einmal ein sehr junger Prinz. Er hatte die kostbarsten Gewänder, den edelsten Schmuck und die schönsten Spielsachen, die es je auf der Welt gegeben hatte. Seine Mutter, die Königin, liebte ihn über alles und verwöhnte ihn.

Eines Tages wurde die Königin sehr krank. Die besten Heiler des Königreichs wussten keinen Rat. Der Prinz wollte nicht, dass seine Mutter starb, denn dann würde ihn niemand mehr lieben. Er betete, dass seine Mutter wieder gesund werden möge, aber es half nichts.

Eines Abends erschien dem Prinzen eine Fee und sagte: «Deine Mutter wird genesen, wenn du deinen ganzen Besitz an Arme verteilst und versprichst, nie mehr reich zu sein.»

Den Prinzen reute es, seine schönen Sachen den Armen zu geben, die schmutzig waren und schlecht rochen. Er sagte der Fee: «Geh weg! Du bist eine böse Hexe und betrügst mich.»

Am nächsten Tag ging es der Königin ganz schlecht. Sie ließ den Prinzen rufen und sagte zu ihm: «Ich muss sterben, mein Junge. Sei stark.»

Da nahm der Prinz all seine Gewänder, Edelsteine und Spielsachen und rannte in die Stadt hinaus. Dort verteilte er seine Schätze und Menschen rissen sie ihm aus den Händen. Dann kamen die Wächter und vertrieben den Mob. Sie dachten, der Prinz sei vor Kummer verrückt geworden, und brachten ihn in den Palast zurück.

Drei Tage später wurde die Königin wieder gesund. Der Prinz ging in ein Häuschen im Palastgarten und wohnte fortan dort nur mit dem Nötigsten.

Die Königin lebte noch viele, viele Jahre. Nach ihrem Tod wurde der Prinz zum König, aber er blieb in seinem Häuschen wohnen. Er regierte lange, und seine Untertanen liebten ihn für seine Bescheidenheit.

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