Aus einem fremden Tagebuch

Aus einem fremden Tagebuch

Wieder fast drei Uhr geworden. Früher ins Bett gehen klappt immer noch nicht, wozu auch?

Die Dienstags-Talk Show war Schrott. Keine spannenden Themen mehr, immer nur dieser moderne Mist. „Mein Mann will sich zur Frau umwandeln lassen“, wen interessiert’s? Da sitzt eine im Studio und weint sich die Augen aus. Tja, die hätte sich einfach besser um ihren Mann kümmern sollen. Sieht selbst aus wie ein Mann. Alles reine Zeitverschwendung. Die süße Sprecherin der späten Nachrichten ist weg, schade. Ein rundes Gesicht und aufregende Kurven, das sieht man heute selten. Die Neue ist zum Kotzen – eine magersüchtige Stute! Die werden immer dünner, wie lange soll’s noch gehen???

Eloise angerufen, lädt zum Sommerfest ein. Keine Lust auf ihre „Familienidylle“. Die wird doch wieder mit ihren Enkeln prahlen, der ältere ist jetzt im Gymnasium, da platzt sie vor großmütterlichem Stolz. Dabei ist der Bengel nicht zu gebrauchen. Alleine sein Aufzug! Diese Hosen, mit engen Beinen und einem Sack am Hintern, als ob er Windeln tragen würde. Und sein Schmuck. Dass ein Junge überhaupt Schmuck trägt, ist schon gewöhnungsbedürftig, und dazu noch so viel, all diese Ringe und Kettchen und glitzernde Steine in den Ohren – da stimmt doch etwas nicht. Der wird sich auch mal zur Frau umwandeln lassen, da wird Eloise schon noch auf die Welt kommen. Und der jüngere kann sich überhaupt nicht benehmen, da macht sich diese Ratte von Eloises Schwiegertochter keine Mühe, das Balg zu erziehen. Eine Schande! Aber Eloise ist vernarrt in die beiden Früchtchen, genau wie unsere Mutter einst in Eloises “Bübchen“. Typisch Eloise, macht alles wie Mutter, auch diese „Sommerfeste“. Soll sie doch diesmal ohne mich feiern. Werde mir etwas einfallen lassen, hohen Blutdruck oder eine Magenverstimmung.

Frau Meyer hatte wieder Besuch von dem komischen Burschen. Sieht aus wie ein Penner, bestimmt einer dieser Sozialschmarotzer. Ihr ehemaliger Kollege, wer glaubt’s? Er hat es bestimmt auf ihre Rente und ihr großes Haus abgesehen. Es wird mich nicht wundern, wenn er demnächst bei ihr einzieht. Und die dumme Ziege strahlt wie eine Glühbirne. Ich war da cleverer, bin diese verdächtige Martha noch rechtzeitig losgeworden. Sie war garantiert auch so eine, die es sich auf fremde Kosten bequem macht. Aber nicht mit mir! An Joachim Brügge beißt sich jede Schwindlerin die Zähne aus.

Morgen Arzttermin, der Doc wird wieder mit Abnehmen nerven. Die wollen ja einem den letzten Rest vom Spaß verderben. Gehe nachher ins „Toledo“ und gönne mir ein richtiges Steak, das hat er davon!

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2 Gedanken zu „Aus einem fremden Tagebuch

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